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Wann wirds mal wieder richtig Sommer?
Die Heizung der Erde
Warum das Klima so launisch ist
Ende eines langen Sommers
Die Erde funkt längst Signale
Was erwartet Sachsen?
Wer zu spät kommt, spürt die Folgen
Sieht so der künftige Winter aus?
Gesundheit: Durstlöscher gesucht
Kein Erdenfleck bleibt verschont
Kyoto-Protokoll: Zu brav für ein tonnenschweres Problem
Denke global, handle lokal
Kohle kann pessimistisch stimmen
Das Klima ist kostengünstiger zu haben
Fossiler Zündstoff
Energie im Überfluss
Wünschen Sie ein Happy End? Interview mit einem
Klimaforscher
Klimakapsel

Zitat

"It´s the oil, stupid!"

Ex-CIA-Stratege Kenneth Pollack über die US-Interessen im Irak

"Der Westen braucht uns mehr, als wir den Westen brauchen."

Iranischer Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Fossiler Zündstoff fürs Weltklima

Die fossilen Rohstoffe, die die lebensbedrohliche Erderwärmung immer weiter treiben, sind begehrter denn je. Die Mächtigen der Welt stecken mit Waffengewalt aber auch mit aggressiver Diplomatie ihre Claims ab, um sich die fossilen Rohstoffreserven zu sichern, die oft in politisch eher unstabilen Regionen liegen. Der Wettstreit um die Vorräte wird gnadenloser, weil die meisten Rohstoffe in diesem Jahrhundert zu Ende gehen. Sie werden mit Sicherheit zu hohen Preisen auf dem Weltmarkt angeboten: Mangel war schon immer teuer. Frühzeitig auf erneuerbare Energien umzustellen, heißt auch, stabile Preise zu haben. Denn schon jetzt ist klar, wie viel in 20 Jahren Wind kosten wird.

Fossile Endzeit 2005

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Immer mehr Staaten umwerben die versiegenden Rohstoffe

Beim Erdöl genügen iranische Drohgebärden, beim Erdgas russisch-ukrainische Querelen, um die Weltmärkte in Aufruhr zu versetzen. Doch das ist erst der Anfang: Um die versiegenden und immer teurer werdenden Rohstoffe wird es künftig weitaus aggressivere Verteilkämpfe geben - schließlich meldet China verstärkt seinen Energiehunger an. Im Jahr 2030 soll doppelt so viel Energie konsumiert werden wie heute, schätzt die Internationale Energieagentur IEA ein. Mit Sicherheit wird China künftig auch eine aktivere Rolle im rohstoffreichen Nahen Osten spielen wollen - was nicht heißen muss, dass sich die chinesische Außenpolitik mit den Interessen der USA oder der EU deckt. Der asiatische Wachstumsstaat hofiert schon jetzt den vom Westen politisch isolierten Iran, der über riesige Erdöl- und Erdgasvorkommen verfügt. Zu welchen Konflikten führt der Kampf um die fossilen Rohstoffe - obwohl die Alternative auf der Hand liegt?

Treibstoff für Konflikte


Treibstoff für Konflikte

Nordamerika: USA

US-Verbrauch: rund 7,5 Mrd. Barrel pro Jahr
US-Öl-Reserven: 21 Mrd. Barrel
Nordamerikas Gas-Reserven: 7 Billionen Kubikmeter Erdgas
Die USA konsumieren das meiste Öl - mehr als ein Viertel der Weltproduktion, es kommt mehrheitlich aus Kanada und Mexiko, aber auch aus Saudi-Arabien. Das Land sei "süchtig" nach Öl, gestand US-Präsident George W. Bush 2006 ein.

Mittel- und Südamerika

Eigener Verbrauch: rund 1,8 Mrd. Barrel pro Jahr
Öl-Reserven: 103 Mrd. Barrel Öl
Gas-Reserven: 7 Billionen Kubikmeter Erdgas
Konfliktherd: Venezuela
Venezuela macht Front gegen die Vormachtsstellung der USA in der Region, die gleichzeitig aber auch der Abnehmer ihres Öls sind. Länder wie China würden aus dieser Region liebend gern ihre Rohstoffe beziehen.

Westeuropa: Deutschland

Deutschland-Verbrauch: rund 0,9 Mrd. Barrel pro Jahr
Westeuropas Öl-Reserven: 15 Mrd. Barrel
Westeuropas Gas-Reserven: 5 Billionen Kubikmeter Erdgas
Westeuropa ist einer der Hauptabnehmer des russischen Erdgases. Wenn die Ölvorkommen in der Nordsee versiegen, wird Westeuropa seinen Ölbedarf vollständig aus dem Nahen Osten und Afrika decken wollen. Europas Vorteil ist seine geografische Lage, es kann die Rohstoffe über Pipelines beziehen.

Direktdraht nach Russland

Die Ostsee-Pipeline, beginnend beim russischen Wyborg, in Greifswald endend, soll ab 2010 russisches Erdgas direkt nach Deutschland liefern. Russland setzt seine Rohstoffe immer wieder als politisches und ökonomisches Druckmittel ein - zuletzt geschehen 2006 im Streit mit der Ukraine, bei dem auch Deutschland weniger Erdgas erhielt. Mit der Ostsee-Pipeline kann Russland künftig osteuropäische Länder von der Leitung kappen, ohne auf das deutsche Geld verzichten zu müssen. Die Trasse ist daher umstritten.

Bogen um Russland

Die Nabucco-Pipeline der EU soll Rohstoffe unabhängig von Russland sichern. Durch die Pipeline könnten Erdgas und Öl fließen - sie wäre für Länder des kaspischen Raumes wie Iran, Aserbaidschan oder Kasachstan ein attraktiver Verbindungsstrang zum europäischen Energiemarkt. Die Pipeline soll ab 2011 Rohstoffe liefern.

Osteuropa plus Russland

Verbrauch: rund 1,8 Mrd. Barrel jährlich
Osteuropas Öl-Reserven: 79 Mrd. Barrel
Gas-Reserven: 55 Billionen Kubikmeter Erdgas
Konfliktherd: Kaukasien
Russland knüpft seine Energiepolitik eng an seine außenpolitischen Interessen. Gefährdet sind Pipelines in der enorm rohstoffreichen Region Kaukasien, auf die bereits Anschläge verübt wurden.

Nahost/Nordafrika

Verbrauch: rund 2,2 Mrd. Barrel jährlich
Öl-Reserven: 798 Mrd. Barrel
Gas-Reserven: 80 Billionen Kubikmeter Erdgas
Konfliktherd: Irak, Iran
Im Nahen Osten liegen mehr Ölreserven unter der Erde als in der ganzen übrigen Welt. Er ist Tankstelle und Pulverfass zugleich: Die amerikanische Besetzung Iraks, die ungelöste Palästina-Frage, Irans Streben nach einer Atombombe destabilisieren die Region erheblich. Die größten Erdölverkommen sind in Saudi-Arabien.

Afrika südlich der Sahara

Verbrauch: rund 0,7 Mrd. Barrel jährlich
Öl-Reserven: 48 Mrd. Barrel
Gas-Reserven: 6 Billionen Kubikmeter Erdgas
Konfliktherd: Nigeria, Angola
Die Region ist durch Unruhe und Bürgerkriege geprägt. Der Reichtum an Energie kommt oft nur einer kleinen Machtelite zugute.

Asien/China (Silhouette Hongkong oder Shanghai)

Chinas Verbrauch: rund 2,5 Mrd. Barrel jährlich
Öl-Reserven Asiens: 36 Mrd. Barrel
Gas-Reserven: 11 Billionen Kubikmeter Erdgas
China ist neuer Konkurrent beim Wettkampf um die letzten Rohstoffreserven. Einen Großteil seiner Energie gewinnt das Land aus seiner Kohle. Es will künftig auch verstärkt auf Kernenergie und erneuerbare Energien setzen, um seinen Energiebedarf überhaupt decken zu können.


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