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Wann wirds mal wieder richtig Sommer?
Die Heizung der Erde
Warum das Klima so launisch ist
Ende eines langen Sommers
Die Erde funkt längst Signale
Was erwartet Sachsen?
Wer zu spät kommt, spürt die Folgen
Sieht so der künftige Winter aus?
Gesundheit: Durstlöscher gesucht
Kein Erdenfleck bleibt verschont
Kyoto-Protokoll: Zu brav für ein tonnenschweres Problem
Denke global, handle lokal
Kohle kann pessimistisch stimmen
Das Klima ist kostengünstiger zu haben
Fossiler Zündstoff
Energie im Überfluss
Wünschen Sie ein Happy End? Interview mit einem
Klimaforscher
Klimakapsel

Zitat

"Es ist klar, dass wir jetzt handeln müssen. Eine Verzögerung von 20 Jahren bedeutet, dass man später neun Mal so viel Kohlendioxid einsparen muss."

Sir David King, Chefberater der britischen Regierung im Herbst 2006

"Die Energieversorger wollen durch eine längere Laufzeit der bestehenden Kraftwerke mehr Geld verdienen. Das ist legitim. Aber dann soll man das auch so sagen und nicht versuchen, dieses Interesse hinter ständig neuen Argumenten zu verstecken. Mal ist es der Strompreis, mal ist es die Versorgungssicherheit, mal ist es der Klimaschutz."


Bundesumweltminister Sigmar Gabriel im Frühjahr 2006

Das Klima ist kostengünstiger zu haben

Deutsche Wissenschaftler sagen nicht nur, dass die Erde noch zu retten ist, sondern auch wie: Erstens mit energieeffizienteren Technologien, mit denen sich künftig fast ein Drittel der Energie sparen lassen würde. Zweitens mit einer weltweiten Energiewende, die sich zum Jahrhundert-Ende vollständig aus erneuerbaren Energien speist. Dieser Schritt steht angesichts der ausgehenden fossilen Rohstoffe in ein paar Jahrzehnten ohnehin auf der Tagesordnung. Doch sollte die Alternative Energiewende schon jetzt stattfinden, rät das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW):

  • Je früher der Klimaschutz beginnt, umso preisgünstiger wird er.
  • Die Kosten für die Klimaschäden kommen teurer, als die Kosten für eine Vorsorge.

Anpassung

Energiemultis in fossiler Endzeitstimmung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rät auch aus einem anderen Grund, keine Zeit mit einer Energiewende zu verlieren: Wer jetzt in klimaschonende Technologien investiert, ist künftig der internationalen Konkurrenz einen Schritt voraus. Der Zeitpunkt für eine Umstellung auf dem deutschen Energiemarkt ist passend: Die Kernkraftwerke sollen im nächsten Jahrzehnt geschlossen und ein Dutzend Kohle- und Erdgaskraftwerke erneuert werden.

Doch die marktbeherrschenden Energiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW sträuben sich - obwohl sie einen beträchtlichen CO2-Anteil verschulden. So produzieren allein die deutschen Kraftwerke rund die Hälfte aller deutschen CO2-Emissionen. Ginge es nach Energieversorgern, bliebe jedoch alles beim Alten: Wie bislang würde unser Strombedarf zu rund zwei Dritteln aus Kohle und Kernenergie gespeist, den Rest decken Erdgas und erneuerbare Energien ab. Um Argumente, die gängige Praxis zu bewahren, sind die Konzerne nicht verlegen.

Die Energiekonzerne haben ihre eigene Strategie: Sie wollen bis zuletzt am Verteilkampf um die ausgehenden fossilen Rohstoffe beteiligt sein - denn je weniger Rohstoffe, umso höher ihr Marktwert und umso höher die Konzerngewinne. Die Rechnung zahlt mehrheitlich der Verbraucher. So ist gewiss: Die Konzerne werden die ökologisch unabdingbare Energiewende l nicht einleiten. Der Druck muss von den Kunden kommen und aus der Politik - so ist auch der Atomausstieg zustande gekommen.

Apropos Versorgungssicherheit l

Strommast

Im Winter 2005 lebte Münsterland im Ausnahmezustand: 50 Strommasten von RWE waren unter den ersten Schneefällen des Jahres eingeknickt, wie Streichhölzer - es gab keinen Strom, kein Licht, keine Wärme. RWE hatte bis dato verschwiegen, dass im Firmen-Netz offenbar gravierende Sicherheitsprobleme bestehen.

 

 

 

 

Die Alternativen: erneuerbare Energien

Der deutsche Bruttostrom kommt bislang zu rund 10 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die junge Energiebranche wird in Deutschland über den Strompreis (3%) bezuschusst a - Dänemark und Spanien verfahren genauso. Seit ein paar Jahren zeigt sich immer mehr, mit den Alternativen Energien spart Deutschland nicht nur jährlich Millionen Tonnen von Kohlendioxid ein, die Branche ist auch ein neuer Jobmotor. Im Jahr 2005 zählte sie bundesweit 170.000 Beschäftigte , in Sachsen waren es rund 4.700 Beschäftigte . Das sind längst mehr Mitarbeiter als die sächsische Braunkohleindustrie beschäftigt.

Treibstoff der Zukunft

Unter den erneuerbaren Energien ist die Biomasse der Alleskönner, weil sie nicht nur für Strom und Wärme taugt, sondern auch als Kraftstoff. Schon jetzt werden die Bauern von heute als die Energiebauern von morgen beschrieben, von deren Feldern der Treibstoff unserer Zukunft kommt.

Biokraftstoffe im bundesweiten Einsatz:

p Biodiesel (mehrheitlich aus Raps) kann für gewöhnliche Dieselmotoren genutzt werden.

p Für Pflanzenöl (aus Ölsamen) benötigt das Fahrzeug einen speziellen Motor.

p Bioethanol (Gärgemisch aus Zuckerrohr oder Weizen, Roggen, Mais) kann zu Benzin gemischt werden. Bioethanol ist in Deutschland kaum im Einsatz.

p SunDiesel (Stroh, Bioabfälle, Tiermehl, Ölsamen möglich) soll in herkömmlichen Dieselmotoren verwendet werden, ist aber noch nicht auf dem Markt. Der Treibstoff wird in Freiberg entwickelt.

p Biomethan wird aus vergorenem Energiemais gewonnen. Das Methan müsste im Fahrzeug in großen Druckflaschen befördert werden - das hat seinen Marktdurchbruch bislang verhindert.

Der Rohstoff Biomasse wirft jedoch ähnliche ethische Fragen auf, wie sie für die fossilen Rohstoffe zu stellen sind: Wo und wie viel Biomasse wird künftig weltweit angebaut? Was wird auf den Feldern weichen müssen? Der Begriff Biomasse suggeriert, dass der neue Rohstoff in Hülle und Fülle vorhanden sein wird - dem ist nicht so, er muss anders als Sonne, Wind und Wasser angebaut werden.


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